Austrofred & Kurt Razelli - Sanfte Krieger

Da haben sich zwei gefunden: Der Alpen-Mercury Austrofred, Showstar und Enfant terrible, und Mash-Up-Maestro Kurt Razelli, die „Elisabeth Spira des Internets“ (Die Presse). Vor vier Jahren ist ihr gemeinsames Album Life is lafferschienen, “ein Album von irrlichternder Genialität, wie ein Ferserl von Marko Arnautovic oder ein Börsentipp vom Business-Punk”, wie zu lesen war. Das Publikum jedenfalls nahm das Angebot der beiden Austropop-Überflieger dankbar an. Youtube-Klickzahlen in die Hunderttausende für Highlights wie Bottle oder die heimliche oberösterreichische Landeshymne VÖEST sprechen eine deutliche Sprache.

Und doch war ein zweites Album lange nicht fix. Zu viele Projekte hatten die beiden Tausendsassi im Kalender stehen.Während Kurt Razelli wieder den TV-Alltag vertont und mit Philipp Hochmair den gemeinsamen Jedermann-Remix getourt hat, hat Austrofred ein Gruselbuch veröffentlicht und Anton Bruckner in einer Filmbiografie dargestellt. „Außerdem bin sowieso ein Alpha-Tier“, so Austrofred im O-Ton. „Und ich stelle mir bei jeder Kollaboration die Frage: Lohnt es sich wirklich, dafür die Gage zu teilen? Aber der Kurt hat wieder ein paar Tracks geschickt, wo ich sage: pure Magic! Unsere Stile ergänzen sich genau an den richtigen Stellen, jeder kann brillieren.“

Ohne ihre Erfolgsformel wiederzukauen hauen Austrofred & Kurt Razelli dabei wieder ein paar Knüller heraus, dass es nur so eine Freude ist: Eisnstaung, Der Hallo ist tot oder Ein Friend ging nach America heißen einige energetische Stadionpop-Kracher, die auf einem lässigen Radiosender, so es ihn gäbe, auf und ab laufen würden – und wieder auf und wieder ab – und die mehrzweckhallentauglichen Sound mit bodenständigem Humor verbinden. Aber Austrofred und Razelli können nicht nur tief, sie können auch Tiefe. Und so finden sich auf dieser Edel-Kollektion auch semiorchestrale Stücke von emotionaler Tragweite wie Westbahn, Sorry oder Löwenzahn, die direkt in die Herzgegend zielen. Und treffen.

Eine Besonderheit ist, dass das Album mit Lametta ein Weihnachtslied beinhaltet, obwohl es als branchenunüblich gilt, saisonales Liedgut auf ein reguläres Album zu geben, aber, wie Austrofred, launig festhält: „Unser Album ist halt auch kein reguläres, sondern, ganz im Gegenteil, ein außergewöhnliches. Und auf Branchenüblichkeit scheißen wir sowieso!“

Kollaborationen basieren oft auf Kompromissen und Kompromisse führen oft zu mittelmäßigen Werken. Nicht hier. Sanfte Krieger ist 100% Austrofred plus 100% Kurt Razelli. Wer da sagt, das geht sich mathematisch nicht aus, dem muss man ins Stammbuch schreiben: Hören, nicht rechnen!

Austrofred kennt man von seinen Live-Shows, bei denen er Queen-Musik mit Austropop-Texten kreuzt, aber auch als Autor von mittlerweile sieben Büchern. Zuletzt erschienen: Gänsehaut – Unerklärliche Phänomene erklärt (Czernin 2024). Mittlerweile wirkt er auch als Moderator (Austrofreds Barcelona auf ORF III) und Charakterdarsteller, etwa im Anton-Bruckner Bio-Pic Heast Bruckner.

Kurt Razelli kennt als man maskierten Remixer der österreichischen Seele bzw. ihres televisionären Ausflusses. Die Pressebezeichnete ihn folgerichtig einmal als die „Elisabeth Spira des Internets“. Darüber hinaus arbeitet er live und im Studio in hochkarätigen Kollaborationen. Zuletzt erschienen: Jedermann RMX mit Philipp Hochmair und Back to Earth mit Matthias Strolz.




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